Read Der Stammhalter: Roman einer Familie by Alexander Münninghoff Online

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Der findige Grovater mit seiner Firma, ein lebenshungriger Sohn und ein Enkel, der Stammhalter, der entfhrt werden muss Zwischen diesen drei Generationen entspinnt sich die wahre Geschichte vom Niedergang einer Familie im 20 Jahrhundert, nicht durch den Krieg, der gut fr die Geschfte ist, sondern weil jeder fr den anderen nur das Beste will Alexander Mnninghoff hat aus den vielschichtigen Beziehungen einer Familie, aus der versunkenen Welt zwischen Riga und Den Haag, einen zauberhaften, bewegenden Roman geschaffen.Der niederlndische Kaufmann Joannes Mnninghoff fhrt im baltischen Riga an der Seite seiner schnen russischen Gattin Erica ein mondnes Leben Allmhlich bahnt sich ein Drama an, das mit dem Krieg seinen Lauf nimmt Sein Sohn Frans geht zur Waffen SS, der alte Herr setzt sich nach Den Haag ab Weil Frans nicht zum Erben taugt, gert der Enkel als Stammhalter ins Visier, doch seine Mutter flieht mit ihm nach Deutschland Alexander Mnninghoff hat mit dieser wahren Geschichte eine groe Familiensaga geschrieben Mit wunderbarer Leichtigkeit lsst er seine Figuren in unvergesslichen Szenen lebendig werden, immer begleitet von einem leisen Donnergrollen im Hintergrund Es kndigt nicht die eine groe Katastrophe an, sondern die fast unmerkliche Auflsung von Beziehungen, Hoffnungen und Leidenschaften....

Title : Der Stammhalter: Roman einer Familie
Author :
Rating :
ISBN : B07DS3K4LD
ISBN13 : -
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : C.H.Beck Auflage 1 20 Juli 2018
Number of Pages : 181 Pages
File Size : 689 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Der Stammhalter: Roman einer Familie Reviews

  • Patricia
    2019-03-01 12:37

    Die Romane vom C.H.Beck Verlag lese ich sehr gern, denn sie stehen für hochwertige Bücher mit literarisch anspruchsvollen Texten.Alexander Münninghoffs Roman „Der Stammhalter“ wird mit Turgenjew verglichen, der für seinen lyrischen Schreibstil und seine gefühlsbetonten Ausschweifungen bekannt ist.Das interessierte mich. Einladend wirkt das nostalgische Foto auf dem Buchcover.Alexander Münninghoff erzählt die Geschichte seiner Familie in der Ich-Form.Sein Großvater Joannes, war ein niederländischer Kaufmann, der an der Seite seiner schönen russischen Ehefrau Erica in Riga ein mondänes Leben führte. Der findigen Geschäftsmann hält das Zepter fest in der Hand. Nur sein Sohn Frans scheint völlig aus der Art zu schlagen und sich so gar nicht Vaters Willen zu beugen.Der Krieg bricht aus, Frans geht zur Waffen-SS und der alte Herr muss Riga verlassen. Er setzt sich nach Den Haag ab.Frans scheidet als würdiger Erbe aus und somit kommt für Joannes Münninghoff nur sein Enkel als Stammhalter infrage, doch dessen Mutter flieht mit ihm nach Deutschland. Der alte Herr findet auch für dieses Problem eine Lösung.Eindrucksvoll und lebendig erzählt Alexander Münninghoff seine Geschichte. Dabei beschreibt er die Charaktere eingehend mit ihren Ecken und Kanten. Er urteilt nicht, beschönigt aber auch nichts. Nüchtern und unverblümt schildert er die Ereignisse seiner Kindheit und Jugend.Der alte Herr - Großvater Joannes- war ein eigenwilliger Mann, ein Despot, der mit harten Bandagen kämpfte. Beeindruckt hat er mich trotzdem. Sein Kampfgeist und Geschäftssinn sind stark ausgeprägt, aber auch seine Heimatverbundenheit. Frans hingegen war wohl zeitlebens ein Suchender, der nach Anerkennung durstete.Denke ich an Alexanders Mutter, überkommt mich Wehmut. Ihr hätte ich einen Funken mehr Glück gewünscht. Und Alexander muss man einfach mögen. Es ist bestimmt nicht einfach, der Öffentlichkeit all diese Details über sich und seine Familie zu offenbaren. Mit seinem intelligenten Schreibstil, der durch eine exzellente Wortwahl geprägt ist, hat er mich mitgerissen. Zweifelsohne beherrscht Alexander Münninghoff die Kunst des atmosphärischen Schreibens. So kommt Spannung auf. Außerdem sind seine Milieuschilderungen vortrefflich und einprägend. Da möchte ich mich gleich auf den Weg nach Riga und Den Haag machen und auf den Spuren der Münninghoffs wandeln.Besonders aufschlussreich waren für mich die zeitgeschichtlichen Fakten des politischen und wirtschaftlichen Lebens in Lettland und den Niederlanden.„Der Stammhalter“ ist keine leichte Unterhaltungsliteratur, eher ein anspruchsvoller biografischer Roman, literarisch erzählt.Mir hat dieses kluge Buch ausgesprochen gut gefallen. 5 Sterne-Leseempfehlung!

  • monerl
    2019-02-24 06:32

    Meine MeinungNachdem ich den Klappentext gelesen hatte war mir klar, diese Familiengeschichte muss ich lesen! Die beiden unterschiedlichen Handlungsorte, Lettland und die Niederlande, übten einen zusätzlichen Reiz auf mich aus. Nachdem ich innerhalb ganz kurzer Zeit das Buch ausgelesen hatte, war ich sprachlos. Mir verschlug es regelrecht die Sprache, ob dieser ganzen Intrigen, Machenschaften, Unterdrückungen, Beziehungen, Machtausübungen und Geldgier, die sich bis in die 4. Generation ausdehnten und traurige Konsequenzen hatten. Ein “Familienkrimi”, wie er mir so noch nicht untergekommen ist.Der Autor ist gleichzeitig der Titelgebende Stammhalter. Dieses Buch ist eine Familienkronik und gleichzeitig auch ein Teil Autobiografie, wobei der Fokus auf dem Großvater, Joannes Münnighoff, liegt. Der Enkel zeigt auf, wie der Großvater, der die Familie reich und groß werden ließ, stets seinen Willen durchsetzte und alle Stricke in der Hand hielt. Er vollführte das unglaubliche Künstück, auch durch den 2. Weltkrieg hindurch, die Geschäfte, den Familiennamen und das Überleben zu sichern.Aber auch der Großvater, wie es bei vielen solch starken und sehr konservativ eigestellten Menschen gang und gäbe ist, kümmerte sich kaum um die Gefühle seiner Familienangehörigen. Sie hatten zu funktionieren, sollten ihren Teil zum Imperium leisten und gut war's. Er merkte wohl zu keiner Zeit (oder es war ihm egal), dass sein Erstgeborener aufgrund dieser Bevormundung und des Desinteresses für eigene Wünsche, sein Leben lang gegen seinen Vater rebelliert hat. “Du bist Niederländer. […] Aber in ihm wehrte sich alles gegen das Niederländersein. Zu diesem blöden Land mit seinen uninteressanten Menschen wollte er nicht gehören, da war er sich sicher.” (S. 30)Diese Abneigung gegen alles, das mit den Niederlanden zu tun hatte ging schließlich so weit, dass sich Frans bei der Waffen-SS einschrieb und für diese im Russland-Feldzug als Russisch-Dolmetscher des Regimentsstabs eingesetzt wurde. Gegen den niederländischen Vornamen seines ersten Enkels wetterte er so lange, bis dieser durch eine sehr teure Namensänderung von Michiel in den deutschklingenden Namen Michael geändert wurde.Frans fühlte sich von seinem Vater nie angemessen behandelt und wertgeschätzt, permanent mich sich selbst beschäftigt, war er leider nicht in der Lage seinem Sohn ein liebevoller und an ihm interessierter Vater zu werden.Doch nicht nur auf Frans, den Erstgeborenen, wirkte sich das Handeln des Großvaters negativ aus. Auch seine beiden anderen Söhne und eine Tochter schafften es nie ganz ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und zu gestalten. Als der alte Herr 1954 gestorben war, war es zu spät. Die Kinder waren zerstritten und es gab kein zurück mehr. Familien waren auseinandergerissen und die Zeit zu weit fortgeschritten.Während der erste Teil vom Großvater und seinem Einfluss auf die Familie, die Politik und den Geschäftsberbindungen handelt, widmet sich der Autor im zweiten Teil seiner Mutter Wera und im dritten und letzten Teil seinem Vater Frans. Traurige Geheimnisse werden aufgedeckt, durch die Alexander Münninghoff sein Leben und die Beziehung zu seinen Eltern reflektiert. Vieles war passiert, mit dem der ursprünglich auserkorene “Stammhalter” fertig werden musste. So viel Leid machte mich sehr traurig und ich fragte mich, wie der Autor das alles “heil” überstehen konnte.In dieser Familien-Biografie legt Alexander Münninghoff vieles offen. Konsequent und erbarmungslos spricht er über Verfehlungen und illegale Geschäfte, die in ca. 80 Jahren Familienkronik aufgelaufen sind. Als Leser bekommen wir Informationen über politische Verflechtungen und Intrigen, von denen wir uns kaum vorstellen können, dass es sie so gegeben hat. Sehr deutlich wurde mir, wie weit ich als “normaler”, einfacher Mensch von solchen elitären Kreisen weg bin und wie froh ich darüber sein kann.FazitDieses Buch hat mich fasziniert, erschreckt, abgestoßen, traurig und sprachlos gemacht. Es zeigt sehr gut auf, wie wichtig eine emotionale Bindung von Familienmitgliedern ist und was passiert, wenn es diese nicht gibt. Sehr schön können Fehlentscheidungen und die Konsequenzen daraus abgelesen werden. Das Buch zeigt auch anschaulich, wie vernachlässigte, (charakterlich) schwächere Menschen sich für fanatische Ideologien begeistern lassen. Es ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend! Absolute Leseempfehlung für Liebhaber von Familienkroniken, Familiengeschichten und Biografien! Zudem gibt es einen tollen Einblick in das Lettland vom frühen 20. Jahrhundert und was durch den 2. Weltkrieg passiert war und warum. Das alles aus Sicht eines Niederländers. Wunderbar!