Read Mit aller Härte. Wie Polizei und Staatsschutz Linksradikale jagen by Frank Brunner Online

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MIT ALLER HRTE bietet einen spannenden Einblick in zwei auf den ersten Blick verschiedene Welten einerseits Polizei und Geheimdienste auf der Jagd nach Staatsfeinden, anderseits ein Biotop aus Kommunisten und Anarchisten, die von der Revolution trumen Dabei sind beide Gruppen sich hnlicher, als sie denken Ermittler und Linksradikale schotten sich ab, pflegen eine eigene Sprache beide verfolgen ihre Ziele mit einem Furor, der stndig zwischen gnadenlosem Ernst und unfreiwilliger Komik mandert.Frank Brunner lsst beide Welten wie in einem Krimi aufeinander prallen Er beschnigt nichts und stellt trotzdem die richtigen Fragen Rechtfertigt der Zweck die Mittel oder muss das Ziel auch bei der Wahl der Mittel immer erkennbar bleiben...

Title : Mit aller Härte. Wie Polizei und Staatsschutz Linksradikale jagen
Author :
Rating :
ISBN : B071434DLW
ISBN13 : -
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Bastei Entertainment 26 Oktober 2017
Number of Pages : 287 Pages
File Size : 581 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Mit aller Härte. Wie Polizei und Staatsschutz Linksradikale jagen Reviews

  • Amazon Kunde
    2019-03-17 13:49

    Wer glaubt, „Mit aller Härte“ sei einer der gängigen, reißerischen Versuche, deutsche Vergangenheit, es sind die Jahre 1996 bis 2016, aufzuarbeiten, wird enttäuscht sein. Er sollte dieses Buch aber unbedingt lesen. Der im Klappentext auftauchende Begriff des szenischen Protokolls erfasst nur annähernd die Ereignisse, die erzählt werden: Aktivitäten der „Militanten Gruppe“ selbst, Nachfolgeorganisation der RAF, sowie zahllose Fahndungs – und Ermittlungsoperationen der damit befassten Polizeiinstitutionen werden minutiös dargestellt und in Zusammenhänge gebracht. Viele Zitate aus der sogenannten Szenezeitschrift „interim“ lesen sich interessant, geben Einblicke in deren Rolle, seinerzeit, Andrej Holm, Oliver Rast sind die hauptsächlichen Zielpersonen, neben denen, die man versehentlich oder absichtlich versehentlich jagte. Eigentlich kein leichtes Unterfangen für den Leser, all diesem zu folgen. Schließlich gibt es ja auch noch die anderen Spuren, die seitens LKA, BKA und weiterer verfolgt werden: Sie belegen letztlich nur die ineffektive, fehlgeleitete, erstarrte Arbeit der Behörden, deren Ergebnisse oftmals zu gehörigen negativen Auswirkungen bei den zu Unrecht ins Visier geratenen Verdächtigen führten. Interessante gesellschaftspolische Arbeit von Inhaftierten hinter Gefängnismauern zeigen quasi nebenbei verbesserungswürdige Zustände in deutschen Gefängnissen auf. Schließlich führt die Lektüre immer wieder in die politische Landschaft dieser und vorangegangener Jahre, hauptsächlich in einem Berlin, was man immer wieder zu erkennen glaubt; bis hin zu den vergangenen Querelen beim Bilden des aktuellen Senats der Hauptstadt, Berlin als Szene eben. Dem Autor gelingt es, eine Spannung aufzubauen, die man letztlich nur aus sehr guten Krimis kennt, einen beinahe Szene-Erzählstil zu pflegen, der fesselt und begeistert. Es fasziniert zudem, dass sehr viele der geschilderten Ereignisse und operativen Handlungen in dem Quellenverzeichnis dieses Buchs mit ihren Fundstellen verzeichnet sind. Man glaubt es kaum, dass solches und wie solches passieren konnte, allein es ist passiert. Also, unbedingt lesen.

  • smaenner
    2019-03-14 14:36

    Der Umgang der Staatsorgane mit Linken und Linksradikalen wird detailliert über die Repression beschrieben und nicht historisiert bzw. ins Ausland abgeschoben, sondern vielmehr eingeordnet in das aktuelle deutsche Gesamtgeschehen in der Gegenwart, ständiger Ausnahmezustand ohne Mandat, Aufstandsbekämpfung (Übung beim G20-Gipfel) und Gefangenensystem (Gefangene und Knast). Hier ist das Buch notwendig gegen eine Armada von Gutschreibern, die aus der Militanz nur eines gelernt haben: Denunziation aktueller linker Bewegungen und Strömungen (Kraushaar, KBW-Koenen usw.).Der Umstand, dass sich der NSU mordend durch die Republik völlig frei bewegen konnte, während der Repressionsapparat seine Observanz gegenüber linken Bewegungen in voller Breite entfalten konnte und durch nichts aufzuhalten war, lässt den Schluss zu, dass in der Geschichte des NSU, die letzten Worte noch nicht gesprochen sind. Hier ist das Buch notwendig, den Fingerzeig auf die Praxis der Ermittlungs- und Überwachungsorgane zu legen: Aktenvernichtung im NSU-Untersuchungsausschuss, Aussageverschleierung im NSU-Prozess, aber „volle Härte des Gesetzes“ gegen Militante.Die Entlassung des Staatssekretärs Andrej Holm aus seinem Amt muss neu bewertet werden. Der ideologische Überbau der Reaktion, die Phalanx aus CDU, Springer und Stasi-Behörden, hat es geschafft einem exponierten Vertreter kritischer Stadtforschung aus dem Amt zu drängen. Hier leistet das Buch Aufklärung über den Zusammenhang von „Militanter Gruppe“ und Konstruktion von Sympathisantentum, wie es in Zeiten der RAF-Prozesse seitens der Repressionsorgane üblich war. Nicht der Fakt, sondern die Denunziation des Denkens ist Teil der Repression. Das Vorgehen zu durchschauen ist nicht immer ganz einfach und kann im besten Fall den Leser verwundern, ihn aber auch in die Wut bzw. Resignation treiben.Meine Empfehlung: Lesen in einem Durch, große Dokumentationslektüre mit Durchschlagskraft. Und dass Lübbe unterstützt und veröffentlicht, Hut ab vor dieser Courage!