Read Das Lächeln des Elefanten: Roman by Marco Missiroli Online

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Ein einziger Brief reicht, und Pietro gibt alles auf Er lsst seine Berufung als Priester hinter sich und zieht nach Mailand Den Brief und damit die Erinnerung an seine groe Liebe trgt er stets bei sich Nach all den Jahren ist ihm damit die Frau wieder nahe, die er fr Gott aufgegeben hatte Ihre Nachricht zeigt ihm seine neue Bestimmung Er will seinem nie gekannten Sohn beistehen....

Title : Das Lächeln des Elefanten: Roman
Author :
Rating :
ISBN : B00CM3QGYW
ISBN13 : -
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Ullstein eBooks 11 November 2013
Number of Pages : 490 Pages
File Size : 695 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Das Lächeln des Elefanten: Roman Reviews

  • Marapaya
    2019-03-25 23:40

    Der Italiener Marco Missiroli hat mit seinem Roman „Das Lächeln des Elefanten“ ein eindrucksvolles Buch hingelegt, welches mich, nachdem ich die letzte Seite gelesen hatte, für eine kleine Weile einsam und traurig in meinem Alltag inne halten ließ. Missirolis Sprache ist dabei so einfach, leicht und voller kleiner Hüpfer, obwohl sein Text von viel Leid, Schmerz und Einsamkeit berichtet.Pietro lebt seit Jahrzehnten in Rimini, früher war er einmal Priester gewesen. Heute bewirbt er sich auf einen Posten als Pförtner in einem Wohnhaus in Mailand und wird vom Hausverwalter Avvocato Poppi eingestellt. Die Bewohner des Mailänder Hauses sind alle etwas verschroben und sonderlich, aber sie sind auch herzlich und nehmen Pietro schnell in ihre Gemeinschaft auf. Der aber hat vor allem Augen für Familie Martini, Dottore Luca Martini ist sein Sohn – so steht es in einem Brief geschrieben, der ihn kürzlich erreichte. Luca weiß nichts von dieser Verbindung, Pietro ist für ihn der neue Hausmeister und doch lässt er diesen älteren ruhigen Herrn Stück für Stück an seinem Leben teilhaben. Für Pietro ist schnell klar, dass der unbekannte Sohn seine Hilfe braucht und er will ihm in allem beistehen bis zum bitteren Ende.Missiroli legt sein Hauptaugenmerk auf die Figur des Pietro, der Erzähler berichtet fast durchgängig aus Pietros Perspektive und springt dabei zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Die Vergangenheit ist ein fest umrissener Zeitpunkt, ein ganz bestimmter Sommer vor fünfunddreißig Jahren. Dieser Sommer veränderte Pietros Lebensinhalt, er verstaute sein Priestergewand schließlich in eine Pappschachtel und kehrte seinem Amt den Rücken zu. Die Aura des Priesters aber lässt sich auch in der Gegenwart nicht verleugnen, das mag daran liegen, das Pietro ein guter Beobachter ist und schnell erkennt, woran es den Menschen wirklich mangelt.Der ehemalige Priester ist einsam, lebt karg und verliert nicht viele Worte. Dafür reden die anderen Bewohner des Hauses umso mehr. Avvocato Poppi ist ebenso einsam wie Pietro und ein ebenso guter Beobachter, er versucht die Einsamkeit mit vielen Worten davon zu schieben. Fernando will der ungesunden Beziehung zu seiner Mutter Paola entkommen, in dem er sein Herz an die Kellnerin der Bar im Nachbarhaus hängt. Doch Fernando ist nur äußerlich erwachsen, sein Geist verpasste den Anschluss an den Körper und so können die Frauen nicht viel mit ihm anfangen und ihm bleibt nur die einsame Mutter, die nur noch ihn im Leben hat.Missiroli zeichnet ein Bild unserer Zeit, welches sich zugleich weit weg und doch gefährlich nah anfühlt. Die einsamen Hausbewohner sehnen sich nach einer Familie, während die einzige Familie des Hauses auf Lügen aufgebaut ist und auseinander zu brechen droht. Der Dottore nimmt zudem seinen Beruf sehr ernst und verhilft Patienten zu ihrem letzten Weg, obwohl es ihn selbst viel, vielleicht zuviel Kraft kostet. Seine Frau und seine Tochter geben ihn nach dem Tod der Mutter den einzigen Halt im Leben, wie soll er ohne diesen Halt leben? Das erkennt auch Pietro und trifft eine folgenschwere Entscheidung.Was bleibt, frage ich mich nach der Lektüre. Durch „Das Lächeln des Elefanten“ fühle ich mich angeregt, das eigene Leben zu überdenken. Welche Dinge sind mir wirklich wichtig, wohin will ich gehen, bei wem will ich bleiben? Und bin ich tatsächlich vor solchen Entscheidungen gefeit, wie sie Pietro schließlich für sich und seinen Sohn trifft?

  • Vivi
    2019-03-20 23:42

    Alltägliche Ereignisse in Italien: Menschen handeln wortwörtlich aus Herzenslust und nehmen kein Blatt vor den Mund. In nach Kaffee duftenden Bars zwischen den Häusern und in Treppenhäusern werden Gefühle mit einer besonderen Intensität gelebt. Alles ist etwas chaotisch, etwas schrill, etwas verrückt und das allein verspricht schon einen besonderen Lesespaß.Missirolis Hauptfigur, Don Pietro, der ehemalige Pater aus Rimini lässt alles zurück, um einem geheimnisvollen Brief nachzuforschen und zieht in die Großstadt. Die Kulisse im eleganten Wohnhaus in Mailand mit Efeu, Marmor und Gips-Madonna, wo er von nun an lebt und arbeitet, passt perfekt ins Bild.Der Grund für seinen Umzug wird jedoch erst langsam klar; er will seinem Sohn nahe sein und ihm beistehen. Durch die plötzliche Erfahrung des „Vaterseins“ bricht Pietro zu einem neuen, sinnvolleren Leben auf. Er trifft dabei auf liebeshungrige arme Seelen in seiner Umgebung, die alle auf mehr Freude im Leben hoffen und aus dem Unglück, das sie gefangen hält ausbrechen wollen.Was noch erfahrenswert ist? Eine Katze muss sterben, damit sich eine wunderbare Liebesgeschichte entwickeln kann, „die Liebe eines Lebens“ – mit Folgen. Aber Pietro bringt schließlich alles wieder in Ordnung. Seine bedingungslose Liebe und Menschlichkeit helfen ihn durch alle Herausforderungen. Schließlich hört er tief im Herzen nie auf, der helfende Geistliche zu sein.Im Laufe des Geschehens werden hochaktuelle etische Themen berührt, wie Gottesglaube, Homosexualität, Selbstmord, aktive Sterbehilfe und die Achtung der Menschenwürde.Auch wenn die Wortwahl Missirolis zeitweise ungewöhnlich zynisch wirkt, präsentiert er mit dem Titel „Das Lächeln des Elefanten“ eine zutiefst überzeugende, typisch italienische, emotionale Geschichte. Zwar bezeichnet er Gott als „schwierigen Charakter“ und er verwickelt seine Figuren in Diskussionen über „das Elend der Ehe“, aber das tut er mit erstaunlich viel Feingefühl.Pietros lebhafte Abenteuer mit dem alten Fahrrad führen durch ein Wechselspiel von traurigen und heiteren Momenten in der heutigen Zeit – mit so viel Herz und so viel Leidenschaft, wie es nur möglich ist.