Read Anorganische Phosphorchemie und Technische Sicherheit: Praxiserfahrungen eines Industriechemikers (Reihe Technik) by Dietmar Zobel Online

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Das Buch befasst sich mit der Herstellung gelben Phosphors sowie den wichtigsten auf Phosphorbasis industriell erzeugten Folgeprodukten Der Verfasser bringt seine umfangreichen technologischen und sicherheitstechnischen Erfahrungen ein Einige Prozesse, so diejenigen zur Phosphorschlamm Aufarbeitung, zur Hypophosphitproduktion und zur Herstellung Kondensierter Phosphate, wurden vom Autor entscheidend weiter entwickelt Technologische Einzelheiten werden unter sicherheitstechnischen Aspekten analysiert Viele Beispiele aus der Betriebspraxis machen das Werk auf den behandelten Teilgebieten zu einem technologisch sicherheitstechnischen Kompendium Die praktisch erlebten St rf lle, Unterlassungen, Irrt mer, Fehlhandlungen und Unf lle, der Umgang mit den Risiken sowie die gezogenen Schlussfolgerungen sind jedoch nicht nur f r den Phosphorchemiker relevant Nicht wenige der behandelten F lle d rften auch zur sinngem en Ber cksichtigung in anderen Gebieten der industriellen Chemie teils sogar der Industrie berhaupt geeignet sein Inhalt Einf hrung Phosphor Phosphorschlamm und Verfahren zur Aufarbeitung Bisherige Verfahren Phosphitfahrweise Hypophosphitfahrweise Bitterfelder Technologien Phosphorraffination P4S10 PCl3 Thermische Phosphors ure Phosphorsaure Salze, Kondensierte Phosphate Generelles zu Kenntnis und Kommunikationsdefiziten, Unterlassungen und Verwechslungen Schlussfolgerungen und Empfehlungen...

Title : Anorganische Phosphorchemie und Technische Sicherheit: Praxiserfahrungen eines Industriechemikers (Reihe Technik)
Author :
Rating :
ISBN : 3816932010
ISBN13 : 978-3816932017
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : expert 17 Juli 2015
Number of Pages : 208 Seiten
File Size : 680 KB
Status : Available For Download
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Anorganische Phosphorchemie und Technische Sicherheit: Praxiserfahrungen eines Industriechemikers (Reihe Technik) Reviews

  • Dr. Doris Gisbier
    2019-05-16 13:48

    Im vorliegenden Buch wird die Herstellung von gelbem Phosphor und wichtigen Folgeprodukten (Phosphorsäure, Mono- und Polyphosphaten, Natriumhypophosphit, Natriumphosphit, Phosphortrichlorid, Phosphorpentasulfid) sehr genau, ausführlich und gut verständlich beschrieben.Wer sich für mehr als nur spezielles chemisches Fachwissen interessiert, sollte unbedingt dieses Buch lesen, denn hier wird ein ausführlicher Überblick zum Arbeitsgebiet eines Industriechemikers und Betriebsleiters gegeben, abgeleitet aus eigener Berufserfahrung des Autors während seiner Tätigkeit von 1963 bis 1982 in einem damals noch volkseigenen Betrieb. Neben fachlichen Betrachtungen zu wichtigen Verfahrensstufen wird insbesondere auf das Thema „Technische Sicherheit“ eingegangen. An Hand vieler Beispiele (besondere Vorkommnisse, Betriebsunfälle) wird gezeigt, wie der Betriebsleiter durch sofortiges und persönliches Eingreifen Einfluss zu nehmen hat. Ein Beispiel ist ein schwerwiegender Unfall in den sechziger Jahren. Ein mit Natriumsulfid-Lösung gefüllter Behälter „flog förmlich in die Luft und ein in der Nähe befindlicher Mitarbeiter erlitt erhebliche Verletzungen...und verlor ein Auge“.Schadensbegrenzung, Analyse der Ursachen und Schlussfolgerungen sind, so der Autor, Basis für die notwendigen Veränderungen im Ablauf der Prozesse. Ursachen waren oft Leichtsinn, „Blauäugigkeit“ und unüberlegtes, zu schnelles Handeln der Mitarbeiter trotz des auch damals bereits vorliegenden anspruchsvollen Schulungssystems für die Mitarbeiter bis zur Ebene aller Führungskräfte. Vielleicht wäre es interessant, in einer neuen Auflage detaillierter darauf einzugehen.Die spezielle Sicht des Autors auf die Komplexität seines Verantwortungsbereiches versetzt jeden, der dieses Buch liest, in Erstaunen. Heute verstehen sich Betriebsleiter wohl mehr als am Schreibtisch sitzende Manager.Nachfolgend gehe ich auf für mich besonders interessante Aspekte ein:Es wird gezeigt, wie wichtig es ist, im Umgang mit gefährlichen Stoffen, wie gelbem Phosphor, sehr genau alle Abläufe zu durchdringen, Störungen zu analysieren sowie Betriebsunfälle auszuwerten. So wurde die Notwendigkeit deutlich, den Betriebsarzt zu involvieren, um im Falle von Phosphor-Verbrennungen richtig zu handeln. Es wird auch darauf hingewiesen, dass bis heute auf Usedom elementarer Phosphor als vermeintlicher „Bernstein“ gefunden und gesammelt wird. „Insgesamt sind seit 1979 bis heute mindestens 120 Strand-Besucher durch Phosphor aus Weltkriegsbrandbomben verletzt worden“ (nach Nehring).Die erfolgreiche Umsetzung der Erkenntnisse aus Arbeitsprozessen wird besonders ausführlich beschrieben am Beispiel der Herstellung von Natriumhypophosphit (ein hochwertiges Produkt zur stromlosen Vernickelung). Zunächst wurde das sehr wenig effektive Verfahren der Nutzung des im Phosphorofen zwangsweise anfallenden P-Schlammes durch Verbrennung ersetzt durch Disproportionierung des Phosphors in Natronlauge. Aus der so erhaltenen, zunächst extrem verunreinigten Lösung wird nach einem im Weltmaßstab neuen Verfahren des Verfassers reines Natriumtriumhypophosphit hergestellt. Herbei werden bewährte erfinderische Prinzipien wie „Schneller Durchgang“ bzw. „Von Selbst“ für besonders effektive Verfahrensstufen genutzt.Die Liste der zitierten Literatur im Anhang des Buches belegt, dass die entwickelten neuen Verfahren sehr häufig zu Patentanmeldungen führten. In dem Zusammenhang erfährt der erstaunte Leser übrigens auch, wie man mit Patentprüfern umgehen muss, um erfolgreich zu sein.Es ist kaum zu glauben, dass sich Irrtümer in Fachbüchern „weit mehr als ein halbes Jahrhundert“ gehalten haben. Der Autor beschreibt Beispiele aus dem Ullmann und dem Holleman-Wiberg und berichtet, wie er einige Irrtümer erfolgreich korrigieren konnte. Der Autor schreibt dazu: „Offensichtlich ist es nicht einfach, Fachliteratur auf den neuesten Stand zu halten.“Auch das Bemühen wahrscheinlich sehr sehr vieler Chemiker und mit Namensänderungen befasster Personen in der Industrie, die Bezeichnungen der Chemikalien nach IUPAC einzusetzen, blieb in vielen Fällen erfolglos, wie das vom Autor ausgeführte Beispiel Hexametaphosphat (ein kettenförmiges Polyphosphat) zeigt. Die Industrie bleibt in sehr vielen Fällen bei Trivialnamen oder Namen aus Zeiten, in denen die Struktur nur angenommen wurde.Der Autor äußert sich an verschiedenen Stellen des Buches zur Elektronik bzw. zur Automatisierung. Er bemängelt, dass manchmal ein technologisch noch nicht ausgereiftes Verfahren mittels „aufgepfropfter Elektronik“ gewissermaßen hingebogen wird. Diese Sicht der Dinge ist gewiss nicht falsch, sie könnte jedoch zu Missverständnissen führen. Natürlich braucht jeder moderne Prozess, und das entspricht auch meinen eigenen branchenspezifischen Erfahrungen, eine ordentliche Automatisierungstechnik. Andererseits ist die Sicht des Autors mit insbesondere erfindungsmethodischen Beispielen belegt. In der Tat sollte eine dem Prozess angepasste Automatisierungstechnik stets erst dann entworfen werden, wenn der Prozess technologisch ausgereift und unter sicherheitstechnischen Aspekten optimiert worden ist.. .Ausführlich werden Diskussionen zur Frage „Darf man Fehler machen?“ geführt.. So bekannte Leute wie Murphy und Malik werden zitiert und ihre Aussagen zu o.g. Frage ausgewertet.Jede verantwortliche Führungskraft, aber auch jeder einzelne Mensch beschäftigt sich mit diesem Thema. Beispielhaft wird ein sehr schlimmer Fehler einer Laborantin beschrieben, die ihren Kollegen der Produktion eine Flasche Methanol als trinkbaren Alkohol überreichte und sich vor Gericht damit verteidigte, es habe ja „reinst“ auf der Flasche gestandenBitte lesen Sie dieses Kapitel 8 selbst. Es enthält zusätzlich zu o.g. Frage zahlreiche praxisrelevante Schlussfolgerungen und Empfehlungen.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fehler, Mängel, Störungen und Unfälle stets eng mit den Unzulänglichkeiten der Kommunikation zusammenhängen.Bevor ich das Gedicht des weltberühmten Graugans-Forschers Konrad Lorenz zur menschlichen Kommunikation aus dem entsprechenden Abschnitt des Buches zitiere, empfehle ich neugierigen Chemikern und Naturwissenschaftler dieses Buch und hoffe, Sie haben - wie ich - Freude daran und Sie erfahren viel Neues:Gedacht ist nicht gesagt,gesagt ist nicht gehört,gehört ist nicht verstanden,verstanden ist nicht einverstanden,einverstanden ist nicht angewandt,angewandt ist nicht beibehalten.

  • Amazon Kunde
    2019-05-06 14:53

    Kaum jemand wird Phosphor für eine harmlose Substanz halten. Brennbar, giftig und explosiv – das alles traut man ihm zu. Und richtig: Elementarer Phosphor, eine gelbliche wachsweiche Masse, hat alles zugleich und dazu einiges in besonders gefährlicher Form: Er entzündet sich an der Luft von selbst, schmilzt schon in heißem Wasser, verursacht schwer heilende Verbrennungswunden und ist ein tückisches Gift - nicht nur, wenn er etwa bei einer Phosphorverbrennung über die Haut in den Körper gelangt.In der Natur kommt elementarer Phosphor nicht vor. Doch viele wertvolle Phosphorprodukte sind rationell nur über das Element zu erhalten, Phosphor wird daher in großen Mengen (um das Jahr 1970 waren das weltweit ca. eine Million Tonnen) rein hergestellt und verarbeitet.Jetzt legt Dietmar Zobel ein Buch über seine praktischen Erfahrungen auf dem Gebiet der anorganischen Phosphorchemie vor. Einen besseren Autor zu diesem Thema wird man kaum finden, denn es gibt, zumindest in Mitteleuropa wohl nur wenige, die aus eigener Arbeit und Anschauung kompetenter dieses Thema und die mit ihm zusammenhängenden Sicherheitsprobleme behandeln könnten. Über mehrere Jahrzehnte - fast während seines ganzen Berufslebens - führte Dietmar Zobel zunächst für die Verarbeitung, später auch für die Herstellung von gelbem (richtiger: weißem) Phosphor nicht nur "Regie" im Chemiewerk in Piesteritz, einem der größten europäischen Produzenten von Phosphaten auf der Basis von Elementarphosphor. (Seit einigen Jahrzehnten ist der Einsatz von Elementarphosphor für viele dieser Phosphate rückläufig - man hat gelernt, die günstiger auf nassem Wege hergestellte Phosphorsäure auch für anspruchsvollere Anwendungen hoch genug zu reinigen.) Unter Zobels technischer wie auch sicherheitstechnischer Verantwortung und Leitung wurden in diesem Chemiewerk täglich etwa 50 Tonnen einer der heikelsten Substanzen gewissermaßen gehandhabt, mit denen die Chemie-Industrie arbeitet. Wobei "gehandhabt" in diesem Zusammenhang wohl der am wenigsten passende Ausdruck ist, denn mit den Händen sollte Phosphor sicherheitshalber nicht in Berührung kommen.Wie sollte sich beim Verantwortlichen für solche Arbeit nicht ein gerüttelt Maß an Erfahrungen und Erkenntnissen angesammelt haben, das endlich einmal aufgeschrieben werden muß! Zumal ja nicht alle hier anzuwendenden Technologien bzw. Techniken seit alters her bekannt und ausgereift waren. Sehr vieles mußte zunächst neu durchdacht, dann erdacht, entwickelt, erprobt und weiterentwickelt werden. Damit erklärt sich zum Teil die lange Reihe patentierter Erfindungen, unter denen der Name "Dietmar Zobel" steht. Man würde ihn den "Phosphor-Papst Deutschlands" nennen, wenn dieser Titel zu vergeben wäre.Sein hier vorgestelltes Buch handelt die Historie der Entwicklung von Phosphorchemie und -industrie ab, beschreibt ausgehend von den Eigenschaften des elementaren gelben Phosphors dessen Herstellung aus in der Natur vorkommendem Rohphosphat und seine Verarbeitung zu den technisch bedeutsamen Produkten wie Phosphortrichlorid, Phosphorsäure und Salzen sowohl der Phosphorsäure als auch der Säuren mit niedrigervalentem Phosphor, häufig illustriert mit Beispielen aus den Jahrzehnten des täglichen Kontakts mit diesen Stoffen und den Menschen, die damit umzugehen haben. Die Technologiebeschreibungen sind in der hier vorliegenden eingängigen, kompakten Form wohl eher ganz unmittelbar interessant nur für einen begrenzten Kreis von Spezialisten. Aber sie bilden die Voraussetzung für das Verständnis der nach Ansicht des Rezensenten weitaus bedeutenderen Funktion des Buches: Eine lebhaft sprudelnde Quelle zu sein für das Erkennen, Durchleuchten und schließlich Lösen sicherheitstechnischer Probleme, die bei jeder halbwegs neuen Technologie, aber auch bei längst für beherrscht angesehenen Technologien auftreten können und allzu häufig auch auftreten. Wobei es immer ja darauf ankommt, solche Probleme zu erkennen, bevor sie z. B. beim zufälligen Zusammentreffen besonderer Umstände zu Unfällen führen. Hier liegt die besondere Stärke des Autors und damit seines Buches: Auch ganz weit außerhalb der spezifischen, an Phosphor geknüpften Technologien und Techniken, auf Fehlermöglichkeiten aufmerksam zu werden und Abhilfe zu schaffen, bevor Probleme entstehen. Dabei legt er ohne Geheimniskrämerei seine Methoden offen: Gründliches Durchdenken jedes Vorgangs, gutes, genauestes eigenes Beobachten, ohne sich nur auf die Aufzeichnungen in fremden Protokollen zu verlassen, verantwortungsvolles Beschreiten auch unkonventioneller Wege und natürlich: kritisches Auswerten jedes unerwarteten Ereignisses, jedes nicht vorhergesehenen Meßergebnisses.So gelangen unserem Autor bahnbrechende Entwicklungen, zum Teil Weltneuheiten nicht nur auf dem Gebiet der chemischen Verfahren, sondern auch in der allgemeineren Verfahrens- und Apparatetechnik. Schon wenige Jahre, nachdem er als ganz junger Diplomchemiker seine Phosphorsalzfabrik mit mehr als hundert Beschäftigten und zahlreichen sehr unterschiedlichen Einzelprodukten übernommen hatte, erkannte man sie kaum wieder: Ganze Technologien waren von Grund auf überarbeitet oder mindestens gestrafft worden, manches für einen bestimmten technologischen Schritt bis dahin für unbedingt erforderlich gehaltene Aggregat hatte man ausgesondert, getreu einem der Zobelschen Grundsätze: Nur ein gar nicht vorhandener Apparat kann nicht ausfallen.Und es gab Neuentwicklungen - darunter auch neuer Produkte. Bei Stoffen aus der anorganischen Chemie nicht ganz so selbstverständlich, wie bei denen aus der organischen Chemie mit ihrer viel größeren Vielfalt der einzelnen Stoffe. Viel bewundert z. B. wurde Jahre später seine Technologie zur Aufarbeitung von sogenanntem Phosphorschlamm (einem höchst unangenehmem und unerwünschten Nebenprodukt der Phosphorproduktion) unter Gewinnung des lukrativen Produktes Natriumhypophosphit, sogar in besonders reiner Form. (Das Cover des Buches zeigt davon das Foto eines sehr ansehlichen Hypophosphitkristalls.) Die Entwicklung dieses Produktionsprozesses wird im Buch ausführlich bis hin zu apparativen Einzelheiten und einzelnen Versuchsergebnissen auf allein 62 Buchseiten geschildert - der Autor ist sich ihres Wertes bewußt und stellt sein Licht nicht unter den Scheffel. Natürlich konnten Zwischenfälle bei diesen Entwicklungen nicht ausbleiben. Sie verliefen aber meist glücklich, denn "Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige" weiß schon ein altes deutsches Sprichwort.Nur auf den ersten blick ist dieses schöne Buch ein reines Chemiebuch. Es lohnt sich auch für den der Chemie etwas ferner Stehenden, dieses Buch aufmerksam zu lesen, obwohl es zahlreiche scheinbare Abschweifungen auf andere Gebiete enthält, die aber den Blick dafür schärfen können, sicherheitstechnische Bedenken auch bei ganz anderen Prozessen zu erkennen und zu beseitigen. So kam ein auch recht unterhaltsames Buch zustande, in welchem der Verfasser, obwohl er ständig damit kokettiert, vor allem "Praktiker" zu sein, sich als überaus kenntnisreicher, auch und vor allem in theoretischen Fragen beschlagener Wissenschaftler zu erkennen gibt. Das belegen schließlich auch die vier eng mit Literaturzitierungen bedruckten Seiten.Also ein sehr ernsthaftes aber doch auch unterhaltsames Buch! So beispielsweise sogar, wenn auf Seite 49 irrtümlich erklärt wird, daß das Wort "Besenstiel" im Russischen nicht existiere, weil die Besen dort keine Stiele haben. Aber auch diese "Abschweifung" hat einen tieferen Sinn: Sie erlaubt dem Autor einen Blick darauf, mit welchen Problemen der Transport einer überaus gefährlichen Chemikalie in riesigen Mengen (Eisenbahn-Kesselwagen mit bis zu 50 Tonnen weißem Phosphor) über riesige Entfernungen (aus Mittelasien nach Mitteleuropa) verbunden sein muß. Der Leser, der von den Brandbomben (die mit je "nur" ein paar Kilo weißem Phosphor gefüllt waren) gehört hat, wie sie im Zweiten Weltkrieg z. B. auf Hamburg geworfen wurden, stellt sich nicht gern vor, was der Brand eines ganzen Güterzuges mit einigen Hundert Tonnen Elementar-Phosphor an Bord anrichten könnte, der aus Mittelasien nach Mitteleuropa fährt.In diesem Buch wird überhaupt viel gefahren. Der im Industrie-Jargon unerfahrene Leser sollte wissen, daß man mancherorts sogar ganze Drehrohröfen "fährt", wo sie eigentlich nur betrieben werden und daß der Verfasser, wenn auch nicht unbedingt als Autofahrer, sogar eine "Phosphitfahrweise" kennt.Übrigens und ganz am Rande: Es ist unbestritten, daß es ohne das chemische Element Phosphor kein Leben auf der Erde in der uns bekannten Form geben würde. Fragt man aber mancherorts nach, weshalb Phosphor z. B. auch in Düngemitteln enthalten sein muß, um die von Tieren und Menschen verspeisten Nutzpflanzen ordentlich zu ernähren, so erfährt man z. B. im heutigen Internet (Wikipedia!) zwar sehr leicht, daß Knochen und Zähne ebenso wie unser Energiestoffwechsel nicht ohne Phosphor auskommen. Daß aber Phosphor auch in sämtlichem genetischen Material enthalten ist, ohne das es weder bei Pflanzen noch bei Tieren oder Menschen eine Vererbung von Eigenschaften wie Blütenduft oder Haarfarbe geben könnte, wird allzu gern verschwiegen. Ein Zufall kann das nicht sein, denn selbst in Deutschland glauben neuerdings viele Menschen an genfreien Mais und genfreie Tomaten. Gene aber basieren auf Phosphaten.Dr. Albert Krause, Zahna-Elster