Read Hitler, Buddha, Krishna - eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute by Victor Trimondi Online

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.deDie These des 640 Seiten umfassenden W lzers klingt ziemlich spektakul r Die historischen Texte des Hinduismus und des Buddhismus seien voll mit Passagen, die sich als Rechtfertigung f r das NS Regime lesen lassen Der Nachweis dieser Behauptung will dem Autorenpaar Trimondi allerdings nicht so recht berzeugend gelingen Zum Kernst ck ihrer Argumentation machen die Trimondis, die laut Klappentext im b rgerlichen Leben als Ehepaar R ttgen firmieren, die 15 Einweihungen des Kalachakra Tantra Also jenes Textes, der das Herzst ck des j hrlichen Friedensfestes des Dalai Lama bildet Die Einweihungen enthalten Schilderungen von m rderischen Angriffskriegen und Sch ndungen minderj hriger M dchen, schreiben die Trimondis Doch sie selbst billigen zu, dass viele Buddhisten diese Beschreibungen als metaphorische Darstellungen deuten w rden Das war es Mehr kommt nicht Was das Buch dagegen eindrucksvoll belegt, ist die seltsame Begeisterung Heinrich Himmlers f r fern stliche Religionen und Mythen Anhand von Versatzst cken aus dieser Ideenwelt f hrte er seine SS als Kriegerkaste, als schwarzen Orden von rassisch berlegenen K mpfern Doch offenbar hat den Trimondis oder dem Verlag diese sorgf ltige fakten und detailreiche Rekonstruktion nicht gereicht Also ist da auf dem Cover von Hitler die Rede, obwohl der, wie im Buch mehrfach betont wird, mit Religionen nichts am Hut hatte Da ist zudem von einer Allianz die Rede, obwohl meist nur von einer m glichen nationalsozialistischen Interpretation von tats chlich mitunter recht bizarren Texten geschrieben wird Gemessen an seinen berzogenen Thesen ist Hitler, Buddha, Krishna somit trotz seiner 640 Seiten ein ziemlich d nnes Buch G nther Strauss...

Title : Hitler, Buddha, Krishna - eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute
Author :
Rating :
ISBN : 3800038870
ISBN13 : 978-3800038879
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Wirtschaftsverlag Ueberreuter 1 Januar 2002
Number of Pages : 170 Pages
File Size : 670 KB
Status : Available For Download
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Hitler, Buddha, Krishna - eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute Reviews

  • M. Hecht
    2019-03-16 08:56

    Ich kann nicht gerade von mir behaupten, dass ich ein kenner dieser Materie bin. Das Buch hatte ich nur wegen des ketzerischen / provokanten Titels gekauft. Die beschriebene Thematik war mir völlig neu, die Fakten waren ziemlich aufschlussreich die Wertungen jedoch sehr subjektiv. Leider habe ich nicht die Energie, alles nachzuprüfen was behauptet wird, aber zumindest an die beschriebenen Passagen aus "Zen in der Kunst des Bogenschießens" kann ich mich nicht erinnern (muss ich wohl nochmal lesen). Die aufgebaute Schlusskette basiert zu 95% auf dem Tibetanischen Buddhismus welcher wirklich nicht repräsentativ (wenn auch beliebt) ist. Zum Ende des Buches wird eigentlich nur noch über den Dalai Lama und das Kalachakra Tantra hergezogen und von Zeit zu Zeit ein wirrer Bezug zum Natonalsozialismus hergestellt. Das scheint mir auch die Hauptintention der Autoren zu sein.Trotzdem: Der erste Teil ist durchaus lesenswert (wenn auch zu lang) für Menschen (wie mich) die sich nicht mit der Thematik auskennen. Nach all den Fernsehbeiträgen über KZ's und Stalingrad habe ich nun doch eine etwas andere, differenziertere Sicht auf den Nationalsozialismus bekommen. Ein kritisches Buch über den Dalai Lama gab es quasi kostenlos dazu.

  • Géza Harangozó
    2019-03-03 08:54

    Hier wird der Buddhismus endlich entzaubert. Es ist eine Religion von vielen und auch nicht besser als die anderen. Der Dalai Lama wird auch auf den Boden der Realität gezogen und kritisch bewertet.

  • F. Grossmann
    2019-03-20 07:13

    Die Autoren legten hier ein durchaus interessantes Buch mit einer großen Materialfülle vor. Nicht selten wirken dabei Zusammenhänge konstruiert. Es gibt allerdings auch vieles, was interessante Aspekte der Nazi-Ideologie zutage fördert. Dass viele hochrangige Nationalsozialisten Okkultisten und Esoteriker waren, begeistert von germanischer Mythologie und fernöstlicher Religion ist bekannt.Unter ihrem damaligen Rektor Walther Wüst (1941-1945) war die LMU - München eine Hochburg faschistischer Buddhismusrezeption. Asiatische Philosophien und Religionsmuster sollten die Grundlage für einen religiösen Nationalsozialismus mit der SS als heiligem Kriegerorden im Zentrum bilden. Der Orientalist Wüst, unter dessen Rektorat die Geschwister Scholl festgenommen und enthauptet wurden, war gleichzeitig der Kurator des berüchtigten SS-Ahnenerbes und dessen führender akademischer Kopf."Der Mann, der dgl. in besonderer Weise beförderte, war Heinrich Himmler. Himmler war fasziniert von östlichen Religionssystemen: "Ich bewundere die Weisheit der indischen Religionsstifter, die von ihren Königen und höchsten Würdenträgern verlangten, dass sie sich jedes Jahr für zwei bis drei Monate zur Meditation in ein Kloster zurückzogen. Solche Einrichtungen werden wir später auch schaffen."Wie viele führende Nazis - Hitler eingeschlossen - war Himmler ein großer Tierfreund: "Es hat mich außerordentlich interessiert, neulich zu hören, dass noch heute die buddhistischen Mönche, wenn sie abends durch den Wald gehen, ein Glöckchen bei sich tragen, um die Tiere des Waldes, die sie zertreten könnten, zum Ausweichen zu veranlassen, damit ihnen kein Schaden zugefügt wird. Bei uns aber wird auf jeder Schnecke herumgetrampelt, jeder Wurm wird zertreten"Besonders begeistert war Himmler von der Bhagavadgita, die er angeblich immer bei sich trug. Eine Passage in Gesang IV deutete er als Prophezeiung auf den Führer hin: "Sooft der Menschen Sinn für Recht und Wahrheit verschwunden ist und Ungerechtigkeit die Welt regiert, werd' ich aufs Neu geboren, so will es das Gesetz. Ich trage kein Verlangen nach Gewinn." Diese Stelle" so Himmler, "ist direkt auf den Führer zugeschnitten. Er entstand uns aus der tiefsten Not, als es mit dem deutschen Volk nicht mehr weiter ging, er gehört zu den großen Lichtgestalten. [...] Eine der ganz großen Lichtgestalten hat in ihm ihre Inkarnation gefunden."In der Bhagavadgita gibt es i.d.T. haarsträubende Passagen, die auch bei noch so genauer Beachtung des Kontextes nicht in milderem Licht erscheinen. Natürlich verstand und versteht man sie in der hinduistischen Praxis zumeist als Allegorie. Nicht so jedoch die Nazis.Manche Lehrinhalte und Bilder aus dem martialischen Gedicht", so das unter dem Pseudonym Trimonti publizierende Autorenpaar, waren geradezu prädestiniert für ein metaphysisches Selbstverständnis der SS: "Der Krieg als Selbstzweck" -"Krieg und Massenmord als selbstgewählte Schuld" - "Der Krieger und die absolute Gefühlskontrolle" - "Die Sakralisierung der Grausamkeit" - "Die Kriegerkaste als gesellschaftliche Elite".So belehrt der Gott Krishna den Pandaverfürsten Arjuna, dem auf dem Schlachtfeld tiefe Skrupel befallen, da sich unter seinen Gegnern viele Vertraute bzw. Verwandte befinden über den ewigen Kreislauf des Werdens und Vergehens. Die Unterscheidung zwischen Tod und Leben entspringe nur einer Illusion. Darum: "Was einer begeht und begehen lässt: wer zerstört und zerstören lässt, wer schlägt und schlagen lässt, wer Lebendiges umbringt, Nichtgegebenes nimmt, in Häuser einbricht, fremdes Gut raubt: Was Einer begeht, er ladet keine Schuld auf sich - Und wer da gleich mit einer scharf geschliffenen Schlachtscheibe alles Lebendige auf dieser Erde zu einer einzigen Masse Brei machte, der hat darum keine Schuld, begeht kein Unrecht."Auch bei manchen Richtungen des Buddhismus (sicherlich nicht bei Siddhartha Gautama selbst) gibt es Lesarten, die eine Art Kriegerspiritualität entwickeln, die es in sich hat.Kaum bekannt im Westen ist die enge Verknüpfung des Zen-Buddhismus mit der Bushido-Philosophie. Die Samurai waren Zen-Buddhisten, die mit dem Schwert kämpften. Alle Sekten des japanischen Zen-Buddhisten haben sich zu ihrem faschistischen Staat bekannt. Krieger Zen" - Die Einheit von Zen und Schwert" - Buddhismus des kaiserlichen Weges" - Reichs Zen" - Soldaten Zen" - Samurai Zen" - galten als Schlagworte der 30er und 40er Jahre. So betonte der Altmeister der Zen-Philosophie, Daisetz Tetaro Suzuki, damals ein Ideologe des Militärfaschismus, dass im Bushido alle moralischen Regelsysteme zerbrechen: Diese Kräfte können manchmal teuflisch sein; jedenfalls aber gehen sie über das hinaus, was man gemeinhin für menschenmöglich hält, und wirken Wunder."Die japanischen Shinto-Faschisten initiierten im Vorfeld und während des 2. WK eine Samurai-Renaissance. Die Autoren zitieren Professor Takao Mukoh, der das Hagakure ins Englische übersetzt hatte: Kein Buch wurde in Japan seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges mehr verdammt als das Hagakure, weil es als Mittel missbraucht worden sein soll, die japanische Jugend zu ermutigen, sich in der verzweifelten Endphase des Krieges blind in den Tod zu stürzen, und zwar durch die klassische Stelle: ,Bushido - der Weg des Samurai, so habe ich herausgefunden, liegt im Sterben."Der literarische Klassiker der japanischen Samurai-Kultur wurde im 18. Jahrhundert von Tsunetomo Yamamoto verfasst und stellt eine Art Krieger-Katechismus dar. Die Kamikaze-Mentalität hat hier ihre geistigen Wurzen. So heißt es etwa: Nichts ist befriedigender, als in einer Schlacht getötet zu werden." Todesverachtung ist die Basis furchtlosen Einsatzes Krieg erfordert entschlossenes Handeln am Rande des Wahnsinns". Stell dir jeden Morgen aufs neue vor, dass du bereits tot bist." Skrupeln und Bedenken darf hier kein Raum gewährt werden: Wenn es dazu kommt, einen anderen zu erschlagen, dann stelle keine rationalen Überlegungen an."Gekämpft wird bis zum letzten Atemzug: Junge Männer sollen immerzu ihren Mut fördern. Das gelingt, wenn ihr den Mutverinnerlicht. Wenn dein Schwert zerbricht, schlag mit den Händen zu. Wenn deine Hände abgehauen werden, drücke den Feind mit den Schultern zu Boden. Wenn deine Schultern abgeschlagen werden, durchbeiße mit den Zähnen zehn oder 15 Nacken der Feinde. Das ist echter Mut."Hier tat sich eine spirituell-geistige Ressource auf, den auch die Nationalsozialisten zu nutzen wussten. Während des zweiten Weltkrieges stieß Bushido (der Weg des Kriegers") auf ein eminentes Interesse im Dritten Reich. Das Land wurde mit kulturellen Veranstaltungen und Publikationen (Filme, Bücher, Theaterstücke, Empfänge, Artikel, Vorträge, Ausstellungen, Fotoberichte), die den Samurai-Kult zum Inhalt hatten, geradezu überschwemmt. Heinrich Himmler verfasste persönlich für eine Broschüre über die Samurai das Vorwort, worin er die Geistesdisziplin der japanischen Kriegerkaste als Vorbild für den eigenen Orden" pries. Er ließ dieses Büchlein" in einer Auflage von 52. 000 Exemplaren in der SS verteilen."Auch das Gefolgschaftspathos des Bushido ließ sich gut für die SS-Ideologie verwerten.Glorifiziert wird hier die totale Aufgabe des Ichs und der eigenen Persönlichkeit, die Negation der Seele, die bedingungslose Unterordnung unter den Patriarchen (Guru), die völlige Kontrolle über die eigenen Gefühle bis hin zur Emotionslosigkeit, im Bushido die Verachtung des Körpers, die Verherrlichung des Todes, der Krieg als Erleuchtungsweg und die absolute Treue gegenüber dem Gefolgsherrn."Im letzten Teil des Buches zeigen die Autoren, welche Verbreitung die genannten Werke auch in der Gegenwart in der mit vielen esoterischen Elementen durchsetzen Ideologie der Neo-Nazi-Szene haben.

  • None
    2019-03-23 08:14

    Eine enorme Fleißarbeit, die Röttgen+Röttgen hier geleistet haben, ganz unbestritten. Allerdings merkt man der Arbeit deutlich an, daß hier keine kulturanthropologisch, ethnologisch oder zumindest tibeto-/indologisch vorgebildeten Historiker am Werke waren, sondern eben Laien. Wissenschaftliches Denken läßt sich nicht durch noch so bemühten Fleiß ersetzen, durch Eifer noch weniger.