Read Des Knaben Wunderhorn: Alte deutsche Lieder (Fischer Klassik) by Achim von Arnim Online

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Aus dem mit Rubinen, Perlen und feinsten Glocken besetzten Wunderhorn dieser bedeutendsten deutschen Liedersammlung ert nen zauberhafte Verse f r alle Lebenslagen Tanz und Trink , Soldaten und Kinderlieder, Trauriges und Triumphierendes, Gedichte zum Abend und Abschied ebenso wie ber Fr hling, Winter und Weihnacht und nat rlich auch ber die Liebe Von Rechts wegen sollte dieses B chlein in jedem Hause, wo frische Menschen wohnen, am Fenster, unterm Spiegel, oder wo sonst Gesang und Kochb cher zu liegen pflegen, zu finden sein Johann Wolfgang von Goethe.Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon.Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift f r Literatur TEXT KRITIK....

Title : Des Knaben Wunderhorn: Alte deutsche Lieder (Fischer Klassik)
Author :
Rating :
ISBN : 3596903289
ISBN13 : 978-3596903283
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : FISCHER Taschenbuch Auflage 1 11 Februar 2011
Number of Pages : 1264 Seiten
File Size : 989 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Des Knaben Wunderhorn: Alte deutsche Lieder (Fischer Klassik) Reviews

  • Liberaler
    2019-03-28 18:26

    Wenngleich mancher heute den Titel als sexuelle Anspielung verstehen wird, bezieht sich dieser doch auf eine recht züchtige Sammlung mittelalterlicher Lieder und Gedichte, die Achim von Arnim dankenswerter Weise zusammengetragen hat. Verdienstvoll ist dabei aber mehr die Sammlung an sich als der eigentliche Inhalt. Einen unentdeckten Goethe sollte man unter den Laiendichtern dieser vergangenen Jahrhunderte nicht vermuten. Die meisten kämpfen stattdessen tapfer gegen die Schlichtheit der eigenen Reime und Sprache an, das mangelhafte Ausdrucksvermögen und die fehlenden sprachliche Gestaltungsmöglichkeiten fallen fortwährend ins Auge.Manch ein Lied hat es zwar in die aktuellen Liederbücher geschafft, etwa das vom Schnitter Tod, über die meisten sollte man aber besser den Schleier des Vergessens breiten, soweit es um lyrische Qualitäten geht.Einen gewissen Wert hat diese Sammlung aber als quasi-historischer Beitrag zur mittelalterlichen Kultur, wirft sie doch einige Schlaglichter auf die Verhältnisse der Gesellschaftsschichten zueinander. So zeigen die Gedichte, die sich mit den Liebesverhältnissen von Rittern zu einfachen Fräuleins beschäftigen, unvermutete soziale Dramatik auf, und in Soldatenliedern klingen ungewohnt kritische Töne an. Man muss sich aber durch viel sprachlichen Ballast durchlesen, um diese Perlen zu entdecken.In der Regel sind die Werke meist unbeholfen und handwerklich unzureichend. Kein Wunder, dass Arnim und Brentano gelegentlich Gedichte eingeschmuggelt haben sollen. Diese passen sich dem Niveau hervorragend an.Ein paar Kostproben:"Ach Bruder, jetzt bin ich geschossen. Die Kugel hat mich schwer getroffen. Trag mich in mein Quartier. Tralali tralaley tralala." Dümmer kann man die Verwundung eines Soldaten kaum kommentieren.Aber es gibt auch erotische Exzesse, wenngleich diese in der der christlichen Prüderie des Mittelalters geschuldeten Verschlüsselung nur sehr selten offen zutage treten:'Ich stahl mich aus / still wie ein Maus / und lebt in Saus / Mit der Lieben die ganze Nacht."Gängig auch die Verbindung von 'Vögeln' und 'Schätzchen' (honi soit qui mal y pense):"Nachtigall, wo ist gut wohnen / Auf den Linden, in den Kronen / Bei der schön Frau Nachtigall / Grüß mein Schätzchen tausendmal."Oder: "Es ritt einst Ulrich spazieren aus. Er ritt wohl vor Lieb Ännchens Haus. Lieb Ännchen, willst mit in grünen Wald. Ich will dir lehren den Vogelsang."Unter den Vögeln dominiert eindeutig die Nachtigall: "Da kamen die Jungfrauen im Thaue / Sich waschen und beschauen / Ich dank Frau Nachtigallen, / Vor Allen mein Glücke, / Dass sie zum Waschen rief die holde Schaar, / Mit ihren Schenklein giengens bar."Vortreffliche Verse der lyrischen Kategorie wie "Stallbruder mein, du bist wohl wert, Dass man dich aufm Altar verehrt" finden sich zuhauf.Ansonsten sind unzählige Jäger im Wald unterwegs, die, anstatt nichtsahnende Tiere abzuschießen, sich eher mit ihren 'Feinsliebchen' beschäftigen, die zufällig gerade aus dem Fenster schauen.In eine ähnliche Kategorie passt auch der einem "Kaiser" in den Mund gelegte Vers: "Spring Hirschlein fort / auf ein schön Ort / Mein Rohr wird dich bald grüßen."Man darf das Positive natürlich nicht völlig außer Acht lassen:Erstaunlicherweise finden sich in der Sammlung auch einige Opitz-Gedichte.Es gibt einige rührende Verse wie "Wer's Lieben erdacht" oder den 'Ehestand der Freude', ein weltliches Lied aus dem 30jährigen Krieg, aber das sind eher Ausnahmen.Anklänge an die Realität wie das "Kriegslied" gegen Karl den Fünften oder der "Fluch auf den Bettelvogt" wie auch ein Husarenlied aus dem siebenjährigen Krieg sind durchaus der Erwähnung wert, gehen aber im Meer der Banalitäten unter. Ein immerhin einigermaßen originelles Gedicht über das Kartenspiel wäre noch zu erwähnen.Mein Lieblingsvers aber ist der folgende: "Ich bin der König der Toren / Zum Trinken auserkoren / Und ihr, ihr seid erschienen / Mich Fürsten zu bedienen."Es gibt auch rund 30 Seiten Nachwort, in dem Arnim ausdrücklich die Bedeutsamkeit des Volkslieds für die literarische Tradition des Volkes hervorhebt, sowie deren Relevanz für das 'teutsche Wesen'.Von Vergangenheitsverklärung ist Arnim grundsätzlich nicht frei, lobt er doch ausdrücklich die Landsknechte des 30jährigen Krieges gegenüber den zeitgenössischen Söldnern in einem erstaunlichen Beitrag.Fazit: Diese Sammlung ist weit gehend ein beredter Beleg für den armseligen Stand der deutschen Volksdichtung des Mittelalters, viele immer gleiche Balladen enthaltend, und gesäumt von nur wenigen Perlen.Sinnvollerweise nimmt der Herausgeber auch schon mal die Kritik vorweg:"Was die Rezensenten anbelangt, ...., wir lesen sie dafür ebenso wenig, so sind wir miteinander im ewigen Frieden."Vielleicht hätte er bei dieser Sammlung besser die Rezensionen lesen sollen.

  • David Learned
    2019-04-19 17:38

    I had hoped for the much more inclusive version that came out in the ‘60’s perhaps, which included perhaps most, if not all, of the German romantic poetry set to music.