Read Auf der Flucht: Erinnerungen by Hellmuth Karasek Online

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F r den elfj hrigen Hellmuth endet die Kindheit abrupt Nach Weihnachten 1944 flieht er mit seiner Familie aus Schlesien, wird 1946 nach Ostdeutschland ausgesiedelt, wo er unter dem Kommunismus eine neue Zeit der L gen und ngste erlebt Mit dem DDR Abitur in der Tasche fl chtet er Anfang der f nfziger Jahre erneut als Student in T bingen will er den Neuanfang im Westen wagen Auf der Flucht erz hlt von einer wechselvollen Kindheit und Jugend, einer beeindruckenden Karriere in der Kulturbranche und einem Leben voller Gegens tze....

Title : Auf der Flucht: Erinnerungen
Author :
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ISBN : 3548368174
ISBN13 : 978-3548368177
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Ullstein Taschenbuch Auflage 4 13 Februar 2006
Number of Pages : 544 Seiten
File Size : 772 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Auf der Flucht: Erinnerungen Reviews

  • Horst Kräemer
    2019-03-17 18:22

    Karasek schreibt so frisch und frei die interessanten Erinnerungen, dass man bei der Lektüre einfach die Zeit vergisst und immer weiter liest. Es ist einfach spannend und kurzweilig ihm zu folgen. Besonders bemerkenswert ist, dass seine Selbstbeweihräucherung zum Schmunzeln Anlass gibt sowie in Grenzen und glaubwürdig bleibt.

  • :-)
    2019-03-16 14:20

    "Ein wunderbares, großes Erinnerungsbuch", lobt Elke Heidenreich. Hellmuth Karasek betont in einem Interview, dass er ein Geschichtenbuch über die Geschichte schreiben wollte. Und das ist seine Biographie denn auch geworden - aus seinem Leben macht er, nüchtern und selbstkritisch, eine Erzählung, die die bewegte Geschichte Deutschlands widerspiegelt.Herkunft aus einem Nazi-Haushalt, Erziehung an einer NS-Eliteschule, Flucht in den damals sowjetisch besetzten Teil Deutschlands, nach dem DDR-Abi Flucht in den Westen und Studium in Tübingen , um nur einige Stationen seines turbulenten Lebens zu nennen."Auf der Flucht" ist ein Selbstporträt, das einen anderen Menschen zeigt, als wir ihn vom Fernsehen her kennen.Karaseks Buch kann man getrost neben Reich-Ranickis Autobiographie stellen, las ich kürzlich irgendwo. Und genau da habe ich es denn auch hingestellt.

  • Peter Waldbauer (Autor)
    2019-03-13 14:09

    In seinen Memoiren plaudert Karasek über sich selbst und kann sich nicht so recht entscheiden, in welcher Richtung sein Pferd steht. Einerseits sei er ein „Trittbrettfahrer“ gewesen, den andere immer mitschleppten: Rudolf Augstein, Billy Wilder und natürlich Marcel Reich-Ranicki. Er sei der „Harry Klein“ des Kulturbetriebs gewesen; jener Harry, der bei Derrick den Wagen vorfährt.Andererseits will er im Literarischen Quartett hinter den Kulissen entscheidend mitbestimmt haben, welche Bücher in der Sendung besprochen wurden. Den Rausschmiss der Kollegin Sigrid Löffler habe eigentlich er, der zahme Karasek, vorangetrieben. Grund sei Löfflers vernichtendes Urteil gewesen über den Spielberg-Film Schindlers Liste. Karaseks Leidenschaft fürs Kino ist bekannt.Auch dass Reich-Ranicki seine Autobiografie Mein Leben schrieb, die ein fulminanter Bestseller wurde, habe Karasek maßgeblich angeregt („Das musst du aufschreiben“).„Reich“, wie Karasek seinen Mentor nennt, hatte ihm übrigens einmal finanzielle Hilfe angeboten, als er Probleme mit dem Finanzamt hatte.Karasek kommt auch auf seinen ehemaligen Freund Martin Walser zu sprechen. Walser verfüge über eine „erotische Lebensstrategie“ und habe sich „seine libidinöse Welt an den Bodensee geholt“, sogenannte „Literatur-Groupies“.In seiner Biographie erfahren wir auch, dass Karasek im Vahinger Schwimmbad „über die vielen Fettbäuche der Männer erschrak“; und, dass er seine Frau betrog und sie ihn.Erotik ist und bleibt das Lieblingsthema des Kulturprofessors, im Quartett noch relativ bescheiden: „Ein hocherotisches Buch“, jubelte Karasek, als der Roman "Mann und Frau" der Israelin Zeruya Shalev besprochen wurde. In seiner Autobiographie dann wieder so: „Ich hatte die Tochter des Hausbesitzers gewonnen und weiß noch, dass ich das erste Mal mit einem Interruptus beendete, wie Onan im Alten Testament, nur ohne Wüstensand.“Und für alle, die jetzt Mitleid mit dem armen Karasek haben:“... und mir das Mädchen als zweites Mal eine Fellatio anbot, absolut verhütungssicher.“Karasek schildert uns die Begegnung mit einer amerikanischen Studentin in den fünfziger Jahren in Tübingen. Er wurde von ihr zum Tee eingeladen, musste dort auf die Toilette und lässt seine Leser wissen, dass er „im Stehen pinkelte“. (Wie interessant, Herr Karasek. Das richtige Thema für seine Memoiren.)Alsbald trat der Supergau ein, denn „die Toilette war verstopft“, Karsek spülte noch einmal und es „kamen Exkremente“, die die Kloschüssel „bis zum Rand füllten.“Und Karasek? Was machte er, während die Studentin mit dem Tee auf ihn wartete? Sie ahnen es schon. Karasek „starrte auf die Kloake“, zog Jacke und Hemd aus und „beseitigte mit dem nackten Arm die Verstopfung.“Also, wenn wir das nächste Mal einen Klempner brauchen - wen laden wir dann wohl zum Tee ein?

  • Georg Denkinger
    2019-03-22 13:20

    Wie so viele andere Literaten im fortgeschrittenen Alter wirft auch Karasek einen stolzen Blick zurück auf die eigene Biographie. Die große Zäsur im Leben, die Übersiedelung von der entstehenden DDR in die Nachkrieg-Bundesrepublik, markiert den Wendepunkt zwischen einer Mangel geprägten Kindheit und einer politschen, künstlerischen und wirtschaftlichen Freiheit, die der begabte junge Mann für sich zu nutzen weiß. Geschwätzig wird Karasek immer dann, wenn er seine zahlreichen Eroberungen beschreibt und die in den glückseligen Kontext eines enthemmten (liberalen) 68er-Aufbruchs stellt. Die sexuelle Freiheit führte wohl kurzfristig zu Stolz und Befriedigung, mündete aber bei den Protagonisten langfristig zu Ermüdung und Ernüchterung. Aus den Augen eines Senioren wirkt die Glorifizierung etwas peinlich.