Read Hitlers Macht: Das Profil der NS-Herrschaft by Ian Kershaw Online

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.deZu den gro en R tseln der deutschen Geschichte geh rt nach wie vor, wie es einem ungebildeten Stammtisch Choleriker mit uneinnehmender Physiognomie und fragw rdigem Lebenswandel gelingen konnte, sich das Volk einer Kulturnation h rig zu machen und es v llig zu barbarisieren Diese Frage treibt auch den britischen Historiker Ian Kershaw um, der in seinem bei dtv inzwischen in zweiter Auflage erschienenen Buch Hitlers Macht inspiriert von Max Webers Konzept der charismatischen Herrschaft ein scharfsichtiges Profil der NS Herrschaft zeichnet Kershaw h lt nichts von der g ngigen D monisierung Hitlers zum modernen allm chtigen Tyrannen und der damit im Grunde verharmlosenden Reduktion von T tern und Mitl ufern zu Marionetten eines totalit ren Hitlerismus Er sieht im F hrer weniger den aktionistischen Diktator als den tonangebenden Ideologen die Verk rperung der Idee sozusagen , der seinen Volksgenossen und Getreuen bei ihrer Arbeit im nationalen Interesse und zum Nutzen der v lkischen Erneuerung und Rassenhygiene weitgehend freie Hand lie Das an feudales Vasallentum erinnernde Machtgef ge im Dritten Reich tat dann ein briges, um die m rderische Spirale der Unmenschlichkeit in Gang zu setzen, die zunehmend an Eigendynamik gewann Die Regierung verkam zu einem monstr sen Gebilde rivalisierender Machtsph ren, bei dem die einzelnen Machthaber zur St rkung und Erhaltung der eigenen Position bestrebt waren, sich gegenseitig darin zu bertreffen, im Sinne des F hrers zu handeln bei der Umsetzung seiner Idee in die Praxis Indem Hitler seine konkurrierenden Paladine und Statthalter an der langen Leine hielt, sicherte er sich nach der Devise divide et impera geschickt seine zentrale Stellung im System Auch in diesem Buch hebt sich der Autor von Der Hitler Mythos und der noch bemerkenswerteren gro en Hitler Biografie mit seinen Thesen zu Ph nomen und Struktur des Nationalsozialismus wohltuend vom Mainstream ab Dies mag nicht zuletzt an der Unbefangenheit liegen, die er sich als Au enstehender bei der Analyse der heiklen deutschen Geschichte erlauben kann Roland Detsch ber den Autor und weitere MitwirkendeIan Kershaw, geboren 1943, ist Professor f r Neuere Geschichte und Direktor des Historischen Instituts an der Universit t Seffield Zu seinen Ver ffentlichungen geh ren Hitlers Macht Das Profil der NS Herrschaft aktualisierte Neuausgabe 2000 dtv 30757 Hitler 1889 1936 1998 Hitler 1936 1945 2000....

Title : Hitlers Macht: Das Profil der NS-Herrschaft
Author :
Rating :
ISBN : 3423307579
ISBN13 : 978-3423307574
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : dtv 2000
Number of Pages : 266 Seiten
File Size : 880 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Hitlers Macht: Das Profil der NS-Herrschaft Reviews

  • Nicolas Forster
    2019-05-04 18:04

    Die große Frage, welche sich nach dem zweiten Weltkrieg stellte, war, wie es einem mäßig gebildeten, zunächst unbekannten, aus Österreich kommenden Mann gelingen konnte, Deutschland und beinahe die gesamte Welt 12 Jahre lang in Angst und Schrecken zu versetzen.Wie es dazu kam, daß dieser Mann beinahezu die gesamte deutsche Bevölkerung für seine Ideologie und Rassenpolitik gewann.Wie sich die problemlose Umsetzung der Ziele des Diktators und des Regimes umsetzen ließen.Antworten auf diese Fragen sucht der englische Zeithistoriker Ian Kershaw in seinem Buch „Hitlers Macht. Das Profil der NS-Herrschaft“.Der Autor, 1943 geboren, ursprünglich Mediävist, hatte als Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung von 1976 bis 1977 am Institut für Zeitgeschichte in München geforscht.Ende der 80er Jahre fing er dann an, sich intensiv mit der Person Adolf Hitler zu beschäftigen.Seine dazu bisher erschienenen Bücher „Der Hitler-Mythos“, „Der NS-Staat“, „Hitlers Macht“ und seine großen Hitler-Biographien „Hitler 1889-1936“, bzw. „Hitler 1936-1945“ machten ihn aufgrund seiner Theorien und seinem profunden Wissen über die einschlägige Thematik zu einem begehrten Autor, dessen Bücher weltweit Absatz fanden.Seit 1989 lehrt Kershaw als Professor für Neuere Geschichte an der Universität Sheffield.Zentrale Grundaussage des Autors in seinem ca. 250 Seiten umfassenden Buch ist die Behauptung, Hitler wäre nicht ohne die damaligen Voraussetzungen in Deutschland an die Macht gekommen.Doch diese These, wonach der Hitler-Mythos durch die sozialen Gegebenheiten zustande kam, ist nicht neu, sondern wurde von Kershaw in seinem Buch nur durch neue Beispiele wiederholt erklärt.Diverse Wirtschaftskrisen, Angst vor dem Bolschewismus, über die Reparationszahlungen und die nach dem 1. Weltkrieg verlorene Vormachtstellung Deutschlands in Europa gedemütigte Bevölkerung ermöglichten es Hitler nach Ansicht Kershaws eine breite Basis für seine Ideologie in der Bevölkerung zu finden.Weite Kreise der deutschen Bevölkerung warteten ob ihrer prekären Lage nur auf den „Erlöser“, dessen Gestalt schlußendlich „messiasmäßig“ Adolf Hitler annahm.Aus diesen oben genannten Bedingungen heraus und durch die außergewöhnliche Rhetorik und Überzeugungskraft des späteren „Führers“ konnte die NSDAP und mit ihr Hitler aufbauen, auch wenn, laut Kershaw, Hitler im Laufe seiner „Karriere“ oft politische Verrenkungen machen mußte, um Wählerpotential dazuzugewinnen und gewisse Kreise der Bevölkerung für seine Weltanschauung zu gewinnen.Denn Kershaw zeichnet im Zwischenkriegsdeutschland nicht das Bild einer von vornherein für die NS-Ideologie überzeugten Masse, sondern eher ein unsicheres, von verschiedenen politischen Richtungen bedrängten Volk, dem der Agitator Hitler die Richtung zu weisen schien.Vielmehr versucht Kershaw in seinem Buch den „Mythos“ Hitler mit all seinen Facetten zu erklären.Diese Erklärung zieht sich in seinem Buch in fast jedem Kapitel wie ein roter Faden hindurch.Der Autor vermittelt dem Leser in seinem Werk das Bild einer im Anfangsstadium befindlichen politischen Splittergruppierung, die einen Anführer fand, der die ganze Parteilinie bestimmte, sie willkürlich waltete und schaltete, sie aufbaute, für seine Ideologie und Vorstellungen benutzte und sich am Ende sich selbst überließ.Es scheint fast, als wolle Kershaw sagen, daß Hitler die Partei selbst war, denn nach Ansicht des Verfassers wuchs die Partei durch die Ideologie des „Führers“ und die Ideologie wuchs mit der Partei.Durch eine fast chronologische Abfolge der Ereignisse jener Zeit, wie Hitler in die Regierung kam und sie fast willkürlich steuerte und den darauffolgenden Kapiteln wie der Diktator die Macht für seine Vorhaben und Zwecke ausnutzte, bis hin zur Schwächung der Macht nach der Niederlage der Deutschen Wehrmacht in Stalingrad gibt dem Leser neben der zentralen Grundaussage auch einen Einblick in das Denken, Handeln und der Ideologie der damaligen Bevölkerung.Nicht zuletzt durch die Rechtfertigung, bzw. der mentalen Unterwerfung weitester Bevölkerungsteile und der Justiz, hervorgerufen durch die bereits in vollem Gange befindliche Staatsdoktrin für die Aktionen gegen die Feinde, gegen die mit barbarischen Mitteln vorgegangen wurde, wird das Bild des Großteils des Volkes als „Hitler-Fanatiker“ eindrucksvoll verdeutlicht, wobei der Autor des Buches mehrmals darauf bedacht ist die Zustimmung nicht aus Angst vor Repressalien, sondern vielmehr durch den Glauben an die Rechtfertigung „der höheren Sache“ darstellen zu können.In einigen Punkten erscheint Kershaws Buch aber durch langwierig gehaltene Passagen oft, als versuche der Autor die Leser mittels mehrmaliger unwichtig erscheinender Details von der Richtigkeit seiner Theorien zu überzeugen.Kershaw bedient sich in seinem Buch meistens bereits hervorgegangener wissenschaftlicher Thesen, die er durch Details ergänzend neu vermarktet.In vielerlei Hinsicht drängt sich der Verdacht auf, daß es sich bei diesem Buch um eine Zusammenfassung der bisher von Kershaw erschienenen Bücher handelt, das ausgeschmückt mit neuen Details und Erkenntnissen die Leser dazu anregen will, auch die bisher vom Autor veröffentlichte Literatur zu erwerben.Obwohl keine eigentliche Hitler-Biographie, schildert der Autor doch immer wieder vereinzelt die Ursachen für Hitlers Antisemitismus, ohne aber leider genau darauf einzugehen, oder eine Hypothese dafür anstellen zu können.In einigen Passagen widerspricht sich der Autor auch, indem er gerade erst getätigte Behauptungen im nächsten Kapitel wieder verwirft und durch neue ersetzt.Im Großen und Ganzen ist dieses Buch aber für den bereits in der Materie fachkundigen Leser sicherlich eine lohnende Ergänzung zu bereits bestehender einschlägiger Literatur, was die bereits dritte Auflage beweist.Der größte Vorteil des Autors dürfte jedoch vor allem die historisch persönliche Unbefangenheit als Engländer sein, eröffnet sie dem Leser doch neue Sichtweisen, die er durch die Fülle an Lektüre aus dem deutschsprachigen Raum oft vermißte.